Handel / Politik
28. November 2024

Nur leichte Entspannung beim Fachkräftemangel

Beim Fachkräftemangel hat sich die Lage in der Schweiz wegen der trüberen Konjunktur deutlich entspannt. Dies gilt vor allem für den IT-Sektor. Trotzdem bleibt der Bedarf an Fachkräften höher als vor der Pandemie.
Der Konjunkturrückgang lässt den Fachkräftemangel aktuell sinken. (Grafik: Adecco)

Für eine Entwarnung sei es deswegen noch viel zu früh, lautet das Fazit des am Donnerstag veröffentlichten Fachkräftemangel Index Schweiz 2024 des Personaldienstleisters Adecco. Denn die Suche nach geeignetem Personal sei zwar einfacher geworden, sie gestalte sich aber noch immer schwieriger als vor der Pandemie.

So habe in den letzten zwei Jahren ein Aufholeffekt der Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass der Fachkräftemangel Index im Jahr 2023 einen Höchststand erreichte. Im laufenden Jahr zeichne sich nun aber eine Abnahme auf das Niveau von 2022 ab.

Adecco begründet dies damit, dass einerseits in diesem Jahr 7 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben wurden. Andererseits sei die Arbeitslosenquote auf 2,4 Prozent von zuvor 2,0 Prozent angestiegen. Die konjunkturelle Abkühlung habe demnach in diesem Jahr "spürbare Auswirkungen" auf den Schweizer Arbeitsmarkt gehabt.

«Um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten, müssen Unternehmen vermehrt in ihre Mitarbeitenden investieren und gezielte Um- und Weiterbildungsmassnahmen anbieten», wird Marcel Keller, Country President Adecco Gruppe Schweiz, in einer Mitteilung zitiert.

Gesuchte Gesundheitsspezialisten

Mit Blick auf die einzelnen Berufszweige bleibe zudem die Situation im Gesundheitsbereich immer noch akut. So fehle es weiterhin an allen Ecken und Enden an Fachärztinnen und Fachärzten, Pflegefachkräften oder Apothekerinnen und Apothekern. Den zweiten Platz belege das Bauwesen gefolgt von der Elektrobranche.

Klar entspannt habe sich derweil die Lage im IT-Sektor. Lag die Berufsgruppe der IT-Spezialisten im letzten Jahr noch auf dem zweiten Platz, so rangiert sie dieses Jahr auf Platz sieben.

In gewissen Branchen Überangebot

Untersucht man die Berufsgruppen mit dem grössten Fachkräfteüberangebot, zeigt sich, dass die Hilfsarbeitskräfte (z. B. Fensterreiniger:innen, Strassenmarkierer:innen, Möbelpacker:innen) am stärksten von einem Überangebot an Arbeitskräften betroffen sind und daher auf dem letzten Platz (Platz 32) landen. Wie im Vorjahr belegen Bürokräfte mit Kundenkontakt wie Postbeamt:innen, Bankkassier:innen oder Telefonberater:innen Platz 31. Auch bei den Allgemeinen Büro- und Sekretariatskräften und sonstigen Bürokräften wie Sachbearbeiter:innen, Personalsachbearbeiter:innen oder Korrekturleser:innen auf Platz 30 ist das Überangebot beträchtlich

sda/mos
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